Das Bedauern etwas nicht gemacht zu haben, ist kälter als der Tod!

Das Bedauern etwas nicht gemacht zu haben, ist kälter als der Tod!

17.5.2022  /  von Stéphanie Rovati

Vor rund einem Monat habe ich mich von meinem Social Media Dasein abgemeldet: temporär keine Stories, Posts & Co. mehr, ich wollte Fokus, hatte ein Projekt, ein Ziel, eine Absicht! Bewusst habe ich lediglich Termine für meine Kunden vergeben, alles andere dann ab Mai wieder. Jede mögliche Minute wollte ich dafür einsetzen, um eine Abschlussarbeit für meine Weiterbildung zu schreiben und meine Website zu «refreshen». …und dann, dann kam alles anders als ich mir das vorgestellt und zurechtgelegt habe! Keinen Millimeter bin ich weitergekommen, Null! Meine Website ist immer noch die gleiche und meine Abschlussarbeit hat noch nicht mal einen Titel bekommen… …denn von 0 auf 100 stand eine andere Priorität auf der Tagesordnung uns somit in meinem Leben, welche meine ganze Aufmerksamkeit und Präsenz verlangten: mein Vater bekam eine Diagnose. Wir wussten er wird sterben.

Bääähm, ein Schlag ins Gesicht und von einer Minute auf die andere verlor alles an Relevanz, alles. Nichts erschien mehr wichtig, der Fokus war auf meinen Vater gerichtet, zu 100%. Und meiner Mutter. Alles ging schnell, sehr schnell. Ich habe versucht zu verstehen, zu reagieren, zu agieren, doch ich war machtlos, wir alle, auch die Medizin, leider.  

Einen Monat später hat er uns für immer verlassen und eine andere Dimension betreten. Es ist hart, es ist traurig und es ist so definitiv. …und jetzt kommen so Floskeln wie:  
  • "Das Leben geht weiter."  
  • "Es war besser für ihn."  
  • "Zumindest musste er nicht leiden." 
Ja klar, geht das Leben weiter und ja, es war nicht mehr lebenswert für ihn in diesem Zustand und ja er musste nicht leiden. Doch was hilft mir das in diesem Moment? Er ist physisch nicht mehr da, auf unserem blauen Planeten. Punkt. Und das ist traurig, sehr traurig.  
…und obwohl wir auf immer und ewig verbunden sind, kann ich ihn nicht mehr umarmen (zum Beispiel, es gibt noch anderes), das ist eine Tatsache.  

Und die Frage ist nun: Wie gehe ich mit dieser Tatsache um? Belastet mich diese Tatsache?  …und wenn ja, wie gehe ich mit dieser Belastung um? Ich habe einen Weg, bzw. eine Technik, ein Modell dafür gefunden, bzw. gelernt, WIE ich mit solchen belastenden Situationen umgehen kann im Leben. Wie ich mich von dieser Belastung, sprich der dadurch gebundenen Energie wieder befreien kann. So dass es sich wieder frei und im Fluss anfühlt.  Was nicht heisst, dass ich nicht (mehr) traurig bin, dass mein Vater uns verlassen hat. Nein, doch ich kann es annehmen und damit umgehen, vorwärtsgehen, das ist der Punkt.  

…und genau um diese Technik, dieses Modell, handelt meine Abschlussarbeit von, welche ich im April hätte schreiben wollen. Ist das nicht paradox?  Ich habe diese Technik, dieses Modell nicht erschaffen, nein, darum geht meine Abschlussarbeit nicht. Doch mir wurde gelehrt sie anzuwenden diese Methode. An mir und an anderen Menschen.  

Und das ist mitunter ein Grund weshalb mein Leben heute so bunt, unbeschwert und leicht ist. Ich kann blockierte Energie (an mir und anderen) wieder in Fluss bringen. Die Tatsache(n) ändern sich nicht, doch es belastet mich/dich nicht (mehr). That’s the point!  

…und nun darf ich über das Gelehrte und meine Erfahrungen, die Methode an mir und anderen angewandt zu haben, eine Arbeit schreiben. Ja, du hast richtig gelesen, «ich darf», denn es war mein freier Entscheid und Wille, diese Weiterbildung zu absolvieren. Es war und ist kein «muss». 
…und jetzt bekommst du vielleicht auch eine Antwort auf die Frage, die mir in letzter Zeit des öfteren gestellt wurde: «Steph, wie machst du das? Dein Leben sieht von aussen gesehen so easy going aus, wie sieht es denn hinter deiner «Fassade» wirklich aus?»  Spannende Frage! …ich habe darüber nachgedacht: Es gibt keine Fassade mehr, das ist es: die Maske ist gefallen! Ich muss mich nicht mehr beweisen, ich muss nicht mehr anderen gefallen, ich muss nicht mehr machen was andere von mir erwarten, ich muss einfach nicht(s) mehr – ich darf LEBEN, so wie ich bin! …und das durfte ich schon immer, nur habe ich es mir nicht erlaubt!  Denk gerne mal darüber nach. 

…und please, komm mir jetzt nicht mit: «Doch, du musst Steuern bezahlen und du musst Geld verdienen und du musst, wenn die Ampel auf Rot ist, anhalten.» …denn das ist damit nicht gemeint. 

Viktor Frankl hat gesagt: „Wenn Leben überhaupt einen Sinn hat, muss auch Leiden einen Sinn haben. Es kommt nicht darauf an, was man leidet, sondern wie man es auf sich nimmt.“

…und was man daraus macht, oder eben nicht.  

Jetzt, wo alles «vorbei ist», zumindest im Aussen, hat der Alltag wieder seinen Lauf genommen. Und einen Monat später hat meine Abschlussarbeit und das Refreshen meiner Website wieder an Wichtigkeit gewonnen und der Fokus ist wieder da. Und wer mich kennt weiss, ich tendiere zu 5vor12! Sprich schon vor einem Monat war die verbleibende Zeit schon knapp, um die Abschlussarbeit zu schreiben. Und heute? Noch knapper… 
…und auch hier habe ich wieder die Wahl meiner Gedanken und kann mir entweder sagen a) «Ich schaff das nie!» oder b) «Ich schaffe das!». Und b) kann auch Druck mit sich bringen. Und dieser Druck, kann ich mit demselben gelehrten Modell auflösen oder zumindest auf ein absolutes Minimum reduzieren. So, dass es mich nicht mehr belastet, meine Energie wieder im Fluss ist und ich in der Lage bin meine Arbeit im Flow zu schreiben. Also, die Frage ist nicht welche «Welle des Lebens» dich als nächstes überrollt, denn die kommt sowieso, sondern WIE du lernst, deine «Lebenswellen» zu surfen! …und wenn DU sie surfen kannst, dann kommen sie dir automatisch weniger hoch vor. 

…und dann LEBST du! In jedem Moment! Im Wissen darum, dass es dieses LEBENsENDE gibt und wir LEBEN ALLE darauf zu! Und das Leben vom Ende her zu denken, führt zu Entschlossenheit. Denn das Bedauern etwas nicht gemacht zu haben, ist kälter als der Tod! 

Also: LEBE DEIN LEBEN! 
In Stille ein LEBENsgruss zu dir! 
Steph ❤